Berlinfahrt 2008
Montag 31.03.2008
Treffpunkt um halb sechs am Saarbrücker Flughafen. Einchecken. Überraschung, dass es doch viele gibt, die das Maximum von 20kg fast erreicht haben. Wir steigen nach der Durchsuchung unseres Handgepäcks in das Flugzeug ein. (Herr Müller und Herr Ehrenreich mussten sich von ihren Messern trennen und manche von diversen Deos und anderen Utensilien, die sich in einer Damenhandtasche befinden.) Um 8:00 Uhr landen wir bei super Wetter mit strahlendem Sonnenschein in Berlin-Tegel. Es folgt ein stressiger Weg zum Jugendgästehaus Berlin-Mitte mit Linienbus und U-Bahn. Kurz nach 09:00 Uhr kommen wir an unserer Unterkunft an. Schock: Erst am 14:00 Uhr dürfen wir einchecken! Unser strenges Programm erlaubt jedoch keine Pause, also lagern wir unser Gepäck in einem Raucherraum zwischen. Unsere Truppe steigt in die U-Bahn U6 (Seestraße) Richtung Alt-Mariendorf, die ungefähr 5-10 Minuten Fußweg von unserer Herberge in Wedding entfernt liegt. Wir fahren nach einem Umstieg zu den „Hackesche Höfe“, wo uns Herr Kästner (jaa, unser ehemaliger Deutsch- und Geschichtelehrer lebt immer noch glücklich in seiner Traum-Stadt Berlin!) freundlich begrüßt und uns gleich mit seiner stürmischen Art in die Höfe leitet, wo unsere ehrenamtliche Führung startet. Herr Kästner schleift uns durch die gesamte Innenstadt (Alexanderplatz – Potsdamerplatz – Museumsinsel – Nikolaiviertel), zeigt uns unter anderem das Anne-Frank-Haus sowie die Mauerreste vor dem Abgeordnetenhaus. Herr Kästner kennt hier fast jede Straße und jedes Haus – und so stürzt gleich am ersten Tag eine Sintflut von fasst unendlichen Ausmaßes an Informationen auf uns ein. Man muss bemerken, dass wir alle seit cirka 04:00 Uhr auf den Beinen sind… Na ja, zuerst mal zu Mittag essen! Es ist ungefähr 14:00 Uhr und das Kantinenessen im Abgeordnetenhaus für spottbillige 5€ schmeckt überraschend gut. Wieder gestärkt und ausgeruht begeben wir uns wieder auf den Weg – mit Bus und Bahn und schließlich nochmals zu Fuß – zum ehemaligen Stasigefängnis Hohenschönhausen. Herr Kästner verabschiedet sich vorher und schließlich bekommen wir von einem ehemaligen Gefängnisinsassen (Er verhalf damals über 18 Menschen zur Flucht) die Anlage gezeigt. Er schildert uns dramatisch und vor allem traurig von seinen Erlebnissen, wie grausam und rücksichtslos dort gearbeitet wurde, und rührt so einige von uns sogar zu Tränen. Wir verabschieden uns mit Beifall und alle sind in Gedanken versunken, wie es den eigentlichen „Helden“ dieser Zeit ergangen ist – und wir appellieren daran, überlebende und vor allem verstorbene Opfer zu würdigen!
(Gegendarstellung von Herrn Kästner: „Auf dem Alexanderplatz waren wir nicht.")
Zu allem Übel (uns tun mittlerweile vom ständigen Laufen und Stehen die Füße weh) werden wir noch von einem jungen gutaussehenden Studenten aus der Humboldt-Uni zur Teilnahme an einer Umfrage zum ehemaligen Stasigefängnis gebeten. Wir stimmen zu und sind zum Glück nach knappen 10 Minuten fertig! Da wir alle erschöpft sind beschließen wir das Essen im China Garden Restaurant abzusagen und nun endlich, nach 30-minütiger Fahrt mit U- und S-Bahn, unsere Zimmer im Jugendgästehaus zu beziehen. Diese befinden sich im 4. Stock – schön und gut, aber ein Schild mit der Aufschrift „Fahrstuhl defekt“ gibt uns an diesem Abend den Rest! Denn das heißt für uns: 128 Treppen steigen! Wir sind alle total kaputt, was nach einem 18-Stunden-Tag und mindestens 10km Wanderschaft berechtigt ist. Spät machen sich vereinzelte Gruppen auf den Weg, um sich im Viertel etwas zu Essen zu besorgen, aber der Großteil verschwindet todmüde ab 22:30 Uhr in die Zimmer. So endet der erste Tag in Berlin. Schön, informativ…aber sehr anstrengend!
Dienstag 01.04.2008
Treffpunkt: erst um halb zehn, da wir Bahn-Streiks befürchteten, die sich jedoch zum Glück als Aprilscherz erweisen. Wir sind alle wieder relativ ausgeschlafen und begeben uns zügigen Schrittes zur U-Bahn-Station, fahren zum Kurfürstendamm, wo sich das Museum „Story of Berlin“ befindet. Dort bekommen wir einen Fragebogen welchen wir in den darauf folgenden zwei Stunden ausfüllen sollen. Die besten vier sollen später ein Eis ausgegeben bekommen. Der Anreiz ist groß und fast jeder macht sich schnell auf die Suche nach den Antworten. Leider war die Zeit viel zu knapp um alles genau zu untersuchen. Um 12:00 Uhr wurden wir von einer jungen Frau abgeholt und von ihr in einen funktionalen, sich unter dem Museum befindenden Bunker geführt, der im Falle eines Atombomben-Angriffs Sicherheit und Schutz bieten würde. Wir erfahren alles über die Anzahl der Betten und sonstigen Einrichtungen. Es ist eine riesige Anlage, und der nachgeahmte Bomben-Alarm lässt einigen von uns einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Nach der Führung, endlich wieder an der frischen Luft, begeben wir uns zum S-Bahnhof und kehren kurz darauf im Restaurant „12 Apostel“ ein. Erster Eindruck: Schön, nobel, TEUER! Uns vergeht das Lachen schnell, als wir die Preise sehen. Zum Glück bekommen wir, dank eines Angebots, das Essen zum halben Preis – denn eine Pizza für fast 12€ will kaum jemand von uns bezahlen. Dennoch ist das Essen sein Geld echt wert! Nachdem wir alle pappsatt sind (und mindestens die Hälfte des Essens als Reste zurückgeht), teilen wir uns in kleine Gruppen, denn wir haben ungefähr vier Stunden zur freien Verfügung. Die Zeit wird auch reichlich genutzt: Neben dem „KaDeWe“ (Kaufhaus des Westens) werden noch andere Einkaufszentren, Boutiquen und Shops aufgesucht. Voll bepackt mit Tüten treffen wir uns schließlich alle an der von den Berlinern als „Puderdose“ bezeichneten Kirche, die zusammen mit dem „Lippenstift“ ein moderner Kontrast zur Gedächtniskirche darstellt. Nächster Programmpunkt: Schwarzes Café. Das Schwarze Café wirkt von außen trist und klein, eher wie eine Abstellkammer. Vor allem in der Abenddämmerung, wenn das Fenster nur durch eine Leuchtschrift aufgehellt wird. Nach dem Besteigen einer steilen Treppe jedoch finden wir uns in zwei großen Räumen mir reichlichen Sitzmöglichkeiten wieder. Die Szene-Kneipe macht einen dunkeln aber gemütlichen Eindruck, und wir können den Abend genießen. Das Besichtigen der Toiletten ist die Unterhaltung des Abends: Waschbecken in obszönen Formen, Herzklappen zwischen den Kabinen, Gitterwände… So wie man sich die Toilette einer Szenekneipe eben vorstellt. Der Abend wird ausgekostet. Es wird Berliner Weisse getrunken – und natürlich auch andere Köstlichkeiten verzehrt. Wieder zurück im Jugendgästehaus verteilen sich alle auf ihre Zimmer. Nur vereinzelt werden noch Karten gespielt oder über die ersten Erlebnisse in Berlin erzählt. 23:00 Uhr jedoch hört man kaum noch eine Stimme.
Mittwoch 02.04.2008
7:45 Uhr: Treffpunkt in der Eingangshalle des Gästehauses. Viele lange, müde Gesichter. Wir brechen dennoch rasch auf, machen uns mit der Bahn auf den Weg zur „Berliner Philharmonie“. Dort angekommen müssen wir erst noch eine knappe halbe Stunde warten, bis die sympathische Dame, die die Führung leitet, angestürmt kommt und total gehetzt beginnt, sich auf Englisch für ihre Verspätung zu entschuldigen. Verdutzte Gesichter unsererseits und ein Paar nette Worte von Frau Mielke beseitigen das Missverständnis schnell und so startet unsere – deutsche – Führung. Wir bekommen die gesamte Philharmonie gezeigt, uns werden die Lichtverhältnisse, Schiffsbauelemente und Eigenschaften des Gebäudes erklärt und werden dann endlich in den eigentlichen Konzertsaal geführt. Tausende Eindrücke stürzen auf uns ein. Der Raum ist so abwechslungsreich und interessant gestaltet, ohne rechten Winkel, in Form eines Schiffes. Einige Musiker waren gerade mit Violine am Proben, sodass wir auch die Akustik ein wenig beschnuppern können. Es ist sehr informativ, wie uns unsere Führerin die einzelnen Elemente erklärt und uns ihre Funktionen und Bedeutungen nahe legt. Kurz nach der Führung werden wir von Herrn Kästner abgeholt, der direkt den nächsten Fußmarsch quer durch Berlin mit uns vorhat. Er zeigt und das Sony-Center und den Innenhof des Verteidigungsministerium und führt uns dann vorbei an der Landesvertretung, über das Judendenkmal zum Pariser Platz, zum Wahrzeichen Berlins: Das Brandenburger Tor. Nach ausgiebiger Besichtigung besuchen wir (zur Anschauung der Architektur) noch schnell die DZ Bank und die Akademie der Künste. Dann machen wir uns – wohlgemerkt: zu Fuß – auf den Weg zum Berliner Hauptbahnhof. Wir sehen das Reichstagsgebäude sowie das Bundeskanzleramt (von den Berlinern liebevoll „Die Waschmaschine“ genannt). Unsere Mittagspause halten wir im Bahnhof ab, besuchen MC Donalds und andere „Restaurants“ um die Löcher in unseren Mägen zu füllen. Gestärkt fahren wir mit U- und S-Bahn weiter – zum wohl einzigen etwas uninteressanteren Programmpunkt: Das Deutsche Historische Museum… Wir haben keine Führung, sondern 2 Stunden zum Besichtigen, auch wenn es einige sichtlich wenig interessiert. Andere schauen sich ziemlich viel an – oder nutzen die Zeit für ein Armdrücken (Eva Tretter hat gegen Herrn Ehrenreich gewonnen!) Freudestrahlende Gesichter, als wir das Museum verlassen. Nun haben wir wieder reichlich Zeit am Pariser Platz zur freien Verfügung, die (mal wieder) für Shopping und Essen geopfert werden. Endlich wieder im Gästehaus verteilen sich die Gruppen wieder, da es heute kein gemeinsames Abendessen gibt, machen sich manche auf die Suche nach etwas Essbarem, andere bleiben einfach auf den Zimmern und lassen den Tag ruhig ausklingen oder verabschieden ihn mit den üblichen kleinen Gruppentreffen.
Donnerstag 03.04.2008
Treffpunkt: Definitiv zu früh…Wir müssen zwar erst um 09:45 Uhr an der Anlegestelle, zu einer einstündigen Dampferfahrt über die Spree sein, da wir jedoch nicht hundertprozentig wissen, wo genau sie sich befindet machen wir uns schon früher auf den Weg. Und das ist auch gut so! Wie es kommen muss folgen wir dem falschen Wegweiser und verlaufen uns schließlich. Nach einigen Diskussionen (basierend auf Verständnis- und Orientierungsproblemen gewisser Personen) zwischen Frau Mielke und Herr Ehrenreich macht sie sich bald alleine auf die Suche und kommt auch wenig später erfolgreich zurück. Wir finden nun schnell die Anlegestelle und sitzen schließlich in einem schicken Dampferschiff, dennoch sind knapp 4€ für ein Getränkt selbst dafür viel zu teuer! Wir sitzen also gemütlich im Schiffchen und betrachten Sehenswürdigkeiten und Gebäude, über Museen und dem Regierungsviertel (Band des Bundes) bis hin zum Dom können wir alles nochmals begutachten. Nachdem wir die ganze Strecke zurückgefahren sind befinden wir uns wieder an der Friedrichstraße, wo wir eine knappe Stunde zum Essen haben. Danach soll es mit S-Bahn weitergehen. Leider ist zurzeit eine Drogenfahndung mit Großeinsatz am Bahnhof, mit Polizeiwagen und –bussen, unzähligen Polizisten und Spürhunden. Natürlich dient diese Aktion ein wenig zu unserer Unterhaltung, denn wir waren LIVE dabei und haben sogar Videoaufnahmen…Jedoch bedeutet das: Gesperrter Bahnhof – und somit wieder mal ein ellenlanger Fußmarsch entlang des Reichtagsufer zum Bundeskanzleramt, der Waschmaschine, wo schon unsere nächste Führung wartet. Wir passieren alle zum x-ten Mal Sicherheitsschleusen wie am Flughafen, müssen mal wieder Getränke und Deodorantflaschen beseitigen. Die Führung wird dann noch einige Minuten hinausgezögert, da so ziemlich JEDER zur Toilette muss. Und so wartet die nette Dame bis wir endlich alle eintrudeln. Wir bekommen viele Informationen über Architektur, ehemalige Bundeskanzler, aktuelle Politiker und Sitzungen, stehen auf dem Balkon des Gebäudes. Außerdem werden einige aus unseren Reihen zur Veranschaulichung als Politiker benannt, wie Angela Merkel und Staatschef von Panama. Nach unzähligen Fotos geht’s dann endlich weiter zum Hauptbahnhof, wo sich unsere Wege trennen: Eine kleine Gruppe von 3 Personen, einschließlich Frau Mielke, macht sich auf den Weg um die Siegessäule (Goldelse) und Checkpoint Charly zu besichtigen. Eine wesentlich größere Gruppe von insgesamt 27 Schülern, einschließlich der Herren Ehrenreich und Müller, macht sich auf den Weg zur Herberge, wo sich die Masse schnell verteilt, zum Karten spielen, erzählen oder SCHLAFEN! Denn müde sind wir alle, keine Frage! Am Abend dann, alle wieder relativ erholt, geduscht (…was auch DRINGENDST nötig war, nach unserer SchaumschlachtJ) und gut gelaunt, machen wir uns auf zum Hard Rock Café, wo wir Tische zum Essen reserviert haben. Eine super Atmosphäre begrüßt uns. E-Gitarren, alte Lederhosen, Bilder und Autogrammkarten, Platten in Gold und Silber, unzähliger Bildschirme und Leinwände über die Musik abgespielt wird, super netter Bedienungen die einfach nur crazy drauf sind! Das Essen und Trinken ist zwar ziemlich teuer, lohnt sich aber, denn es ist einfach super dort! Einige Mädels von uns schließen direkt Bekanntschaft mit einer Horde Italiener, die alle sehr nett erscheinen, mit einer Gruppe Engländer, die zwar schön etwas älter sind aber dennoch sehr lustig und dann mit der Dame vom Verkaufsstand – die so gar nicht in das gute Bild passt: Abweisend, schlecht gelaunt und etwas zickig. Irgendwann haben wir es alle geschafft unsere letzen Bissen herunter zu schlucken (was bei einigen zu Tränen führt, weil die Beschreibung „scharf“ unterschätzt wurde), Gläser zu leeren, Gespräche zu beenden und Einkäufe zu erledigen, und treffen uns schließlich vor dem Café um uns auf den Weg nach „Hause“ zu begeben.
Freitag 04.04.2008
08:15 Uhr Treffpunkt. Wir nehmen unsere übliche Route zu Fuß und mit der U-Bahn auf, bis wir uns auf der der Museumsinsel befinden. Die beiden schon im Vorraus vereinbarten Gruppen teilen sich nun auf, eine besichtigt die alte Nationalgalerie und die größere das Ägyptische Museum. Die Führungen dauern jeweils 2 Stunden an, wir erfahren viel über Maltechniken, ägyptische Götter, Künstler, Pyramiden… Wir treffen uns schließlich alle um 12:30 vor dem Ägyptischen Museum von wo unser Programm uns weiter in Richtung Altstadt zieht. Kurze Mittagspause. Geplant ist sie anfangs nur für eine viertel Stunde, bald wird aber klar, dass die Zeit definitiv nicht zum Pizzaessen reicht. Direkt nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Jüdischen Museum, was sehr gut für die Figur ist. Dort wieder „Flughafenkontrolle“ und anschließend lange Führung in 2 Gruppen durch das gigantische Museum. Es ist sehr informativ, spannend und durchaus auch schockierend, denn es bringt einige von schon zum Nachdenken, wie es den Juden der damaligen Zeit ergangen ist, und man ist dann doch froh zu wissen, dass es einem selbst nicht so geht. Wir sehen Bilder, alte Zeitungsartikel und Schulhefte, Notizen und Berichte über überlebende und verstorbene Familien. Als wir endlich, erschlagen von Eindrücken, in der Aula zusammentreffen vermissen wir noch eine Schülerin, die sich jedoch nur verspätet um einen weiteren Teil der Ausstellung zu betrachten und somit bald wieder auftaucht. Wir laufen nun schon etwas müde und erschöpft zum Türkenmarkt in Kreuzberg, wo wir noch einmal alle wach werden. Lärm, Geschrei, Verkaufsstände voller Obst und Gemüse, Kleider, Taschen, Schals… und alles voller Menschen. Etwa eine Stunde schlendern wir über den Markt und gehen danach wieder zurück zu unserer Herberge. Das Essen im Kartoffelkeller sagen wir gleich ab, da keinem nach Kartoffeln, geschweige denn nach langem Weggehen zumute ist. Der Großteil verweilt im Gebäude und vertreibt sich den Abend entspannt mit Musik, Karten, Erdbeeren und einfach nur fröhlichem Beisammensein.
Samstag 05.04.2008
Treffpunkt leider schon um 7:45 Uhr. Wir begeben uns zum Bundesrat um dort um 10 Uhr bei einer Führung mit anschließendem Rollenspiel teilzunegmen. Vor dem Bundesrat erwartet uns zuerst mal ein Obdachloser, der barfüßig (bei ungefähr 5 °C) herumläuft, mit offenem Hemd und totaaaal schmutzigen ist. Dieser torkelt, nachdem er sein Gespräch mit der Polizei beendet hat, weiter. Kurz darauf werden wir schon von einem jungen dynamischen Mann abgeholt, der uns in ungefähr 30 Minuten die „langweiligen“ Fakten der Architektur und Kunst des Gebäudes nahe bringt. dann sind wir selbst an der Reihe: Wir sollen über unser eigenes Gesetz entscheiden. Wir einigen uns darauf über den Gesetzentwurf „Führerschein ab 16“ zu diskutieren. Wir bestimmen einen Bundeskanzler und verschiedene Abgeordnete aus den Bundesländern und führen dann eine richtige Abstimmung mit Eröffnung, Begrüßung und natürlich Begründungen. Wir stimmen fasst einstimmig dagegen und verlassen daraufhin das Gebäude, wegen den hitzigen Diskussionen total ausgelaugt. Doch die Freude über Bundesrat-Bleistifte und Fledermaus-Kinder-Comics ist bei einigen umso größer. Es folgt eine ziemliche Überraschung: Die Lehrer schenken uns den restlichen Tag zur freien Verfügung. Man muss hierbei bedenken, dass es gerade mal 10:30 Uhr ist, und unser nächster Programmpunkt erst wieder um ca. 18.00 Uhr stattfindet. Einige gehen essen, shoppen, in die Jugendherberge oder schauen sich noch einige Ecken Berlins an. Um 18:00 Uhr treffen wir uns wie abgemacht fasst alle am Bundestag wieder. Einige trauen sich nicht aus unserer Jugendherberge, weil es dort einige Straßen weiter eine Bombendrohung gegeben hatte. Und so bleibt Frau Mielke mit den ein oder anderen in Wedding. Wir gehen durch den Seiteneingang, ja wieder eine Flughafenkontrolle, ins Gebäude .Es empfängt uns nun der krasse Gegensatz zum Morgen: Unser Touristenführer. Mit sehr, sehr trockenem Humor und endlosen Details zum Bundestagsgebäude quält er uns durch das Gebäude und wir atmen alle wieder auf, nachdem wir entlassen werden und nun die Kuppel besichtigen können. Uns bietet sich ein atemberaubender Nacht-Blick über Berlin. Wir schauen uns ausgiebig um und verlassen nach einiger Zeit wieder die Kuppel. Wir treffen uns nun mit der restlichen Truppe (die sich wieder, dank Frau Mielkes Hilfe, aus der Jugendherberge traut) und gehen in das Brauhaus im Nikolaiviertel. Einige lassen sich dort nieder und verspeisen teure Köstlichkeiten. Andere suchen sich in der Nähe ein Mc Donald, Burger King oder Dunky Donuts. Ab etwa 23 Uhr sind wir alle wieder versammelt zu „Hause“ und fallen bald darauf erschöpft ins Bett.
Sonntag 06.04.2008
Letzter Tag Berlin. Wir müssen zum Glück erst um 10:30 Uhr fertig sein und können das erste mal „ausschlafen“. Kofferpacken, Beseitigung der Bettwäsche und Handtücher, Zwischenlagern der Koffer, Auschecken. Wir müssen erst um 17.00 Uhr am Flughafen sein, sodass wie noch mal den ganzen Tag zur Verfügung haben. Wir fahren zum Potsdamer Platz, wo wir zu aller erst einige Minuten verweilen um den Halbmarathon, der momentan stattfindet, zu verfolgen. Beinahe verpassen wir die schnellsten Läufer, da wir nach Beobachtung der Inline-Skater und Rollstuhlfahrer in die nächste Straße einbiegen, um zur Eisdiele zu gelangen, in der wir unsere Fahrt ausklingen lassen. Wir erhaschen nur noch ein paar Eindrücke zwischen Autos und Menschen hindurch. Die vier Gewinner der „Story-Of-Berlin-Rally“ bekommen ihr Eis spendiert und es kommt zu einigen interessanten Gesprächen zwischen Schülern und Lehren. Ab 13.00 Uhr ist im Theater „Tag der offenen Tür“ des Musicals „Mamma Mia“. Die meisten sehen sich die Showeinlagen, die uns des Öfteren zum Schmunzeln bringen, an, betrachten Kostüme und Kulisse und schließlich noch Live-Entertainment auf der Open-Air-Bühne. Dann machen wir uns schon wieder auf den Weg um unsere Koffer abzuholen. Wir fahren quer durch die Stadt zum Jugendgästehaus (auf welchem Weg wir das Gefühl hatten Herrn Ehrenreich verloren zu haben), und schließlich mit viel Gepäck in Richtung Flughafen. Das Umsteigen fällt mit den Koffern um einiges schwerer als ohne. Und so kommen wir ausgelaugt am Flughafen Berlin-Tegel an, Checken ein, passieren die Sicherheitsschleusen, warten auf unsere Maschine – bis es endlich heißt: Boading Time. Wir sitzen im Flugzeug und uns ist klar: Wenn wir jetzt fliegen ist der Blick aus dem Fenster das letzte was wir von Berlin sehen. Unsere Fahrt neigt sich dem Ende, es geht zurück nach Pirmasens… aber weg von Berlin. Und da es eine so wunderschöne Woche war haben sicherlich mehrere gedacht, wie schade es ist, dass jetzt schon alles vorbei ist.
Danksagungen:
Wir bedanken uns bei
- unseren Lehren, die nicht besser hätten ausgewählt werden können. Denn die Mischung zwischen Organisation, Aufgeschlossenheit und Verwirrung war durchaus sehr angenehm und die lockere Atmosphäre tat uns allen gut!
- Herrn Kästner, der seine Zeit für uns opferte und uns quer durch Berlin lotste, damit wir seine Liebe zur Stadt teilen können.
- allen Chillern, die es möglich machten, dass immer supergute Laune und Stimmung herrscht.
- Marvin Heckmann, für seine lustigen Kommentare und Witze, die uns jeden Tag versüßten.
- Jonas Batteiger, der mit seinen Ausdrücken wie „Kolleehsch“, „Alda“ und „Deluxe“ unsere Ausdrucksweiße stark geprägt hat.
- allen Gruppeführern, die meistens super cool drauf waren und ohne die wir wohl nur halb soviel von Berlin mitgenommen hätten.
- unseren Eltern, ohne deren finanzielle Unterstützung die gesamte Fahrt nicht möglich gewesen wäre.
Stilblüten:
Beim Poker. David B.: Gehsche mit? Marvin H. (total verpeilt): Ei wohi dann?
Fahrstuhl mit elektronischer Stimmer: UNTERGESCHOSS Marvin H.: Ächt!?
Die Neue Wache wird abgeschlossen. Noah K.: Warum wird do abgeschloss, do kännte doch die Obdachlose drin iwwanachte! Herr Ehrenreich: Wegen dem Vandalismus. Marvin K (bezieht sich auf die Statue im Inneren): Warum, die hat doch garkä Bäh, wo sollsen hiwannre!?
„Führer“ im Bundestag: Hat noch jemand eine Frage? Herr Ehrenreich: Aus welchem Material ist der Adler? „Führer“: Aus Aluminium. Und jaa, er ist sehr schwer. Und jaaa, er hängt nur an den 4 Drähten. Und jaaa, die sind aus Stahl. Und neeein, der Adler fällt nicht runter. Und wenn doch… Er ist ein Adler, er kann fliegen!
Alter Mann steht biertrinkend am Geländer an der Spree. Eine Gruppe von unsern Mädchen läuft vorbei. Der Mann zur nächsten Gruppen: Jaja, ihr Määädels.. Euch vernasch ich heut Abend noch!
Beim Marathon: Ein Inline-Skater fährt gebückt vorbei. Marvin H.: Sucht der was???
Verfasst von Michelle Rivera und Noah Keiser |